Protest gegen Buchners Suspendierung
ORF: Rauswurf sorgt für Wirbel
ORF-Betriebsrat fordert Rücknahme von Wolfgang Buchners Entlassung.
Kritik am ORF-Chef auch im Publikumsrat. Wien. ORF-Zentralbetriebsrat Heinz Fiedler forderte am Freitag ORF-Chef Alexander Wrabetz zur Rücknahme der Suspendierung des langjährigen ORF-Verwaltungs- und Personalchefs Wolfgang Buchner auf. Wrabetz hatte den kurz vor der Pensionierung stehenden Buchner am Donnerstag gekündigt, weil dieser beim Bundeskommunikationssenat eine Beschwerde gegen die jüngste Publikumsratswahl eingereicht hatte – aus ORF-Sicht ein unternehmensschädigender Akt. Fiedler legte dagegen schärfsten Protest ein und forderte eine Entschuldigung von Wrabetz. Buchner habe seine Vorgesetzten über die Beschwerde rechtzeitig informiert. Er verfolge das Ziel, "einen Beitrag zur Abschaffung einer unpopulären, abstrusen und teuren Wahl zu leisten", deren Kosten von 1,4 Millionen Euro jährlich mindestens fünf Arbeitsplätzen entsprächen. Wrabetz habe gegen Fiedler einen "Räumungsbefehl" unter Kontrolle eines "Bewachers" und "muskulöser Bodyguards" veranlasst, Zugangsberechtigungen zu Buchners E-Mail-Account gesperrt und ein "Hausverbot" verhängt, monierte Fiedler. Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser konstatierte, es sei schon seit längerem zu sehen gewesen, dass die Geschäftsführung an der Demontage Buchners gearbeitet hat. Die ORF-Geschäftsführung wollte die Forderung nach Rücknahme der Maßnahme nicht kommentieren. Auf Verärgerung stößt die Suspendierung auch beim ORF-Publikumsratsvorsitzenden Georg Weißmann. Die Maßnahme sei ohne Kontakt mit dem Publikumsrat erfolgt, so Weißmann. Buchners Beschwerde enthalte ganz ähnliche Kritik, wie sie auch der Publikumsrat vorgebracht habe, nämlich, dass etwa vier Millionen Österreicher – das sind alle in den Gebührenhaushalten lebenden nicht registrierten Personen – vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Von einer "völlig überzogenen Polizeiaktion gegen einen der besten Rundfunkjuristen des Landes" sprach auch Publikumsratsmitglied Franz Medwenitsch. Printausgabe vom Samstag, 13. Februar 2010 Kommentar senden:
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